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geol. Wanderweg

Geologischer Wanderweg

Der geologische Wanderweg

Der 1.252 Hektar große Düppenweiler Bann ist hinsichtlich seiner geologischen Beschaffenheit äußerst vielfältig und überaus interessant.Der westliche und auch größere Teil des Bannes ist bedeckt vom Buntsandstein. Er zieht sich von Nalbach, am Fuße des Litermont vorbei bis zur Düppenweiler Kirche und weiter auf der nordwestlichen Seite des Perdsbach bis nach Bupprich. Dieses Sandsteinvorkommen bekundet, daß unsere Region vor Millionen von Jahren eine Sandwüste gewesen war. In späteren Eiszeiten, als sich das Klima extrem veränderte, wurden die weiten Sandflächen der Wüste mit einer dünnen Schicht von Lehm und Kies überlagert.

Die östliche Region des Bannes ist mit den Konglomeraten des "Rotliegenden" bedeckt. Es handelt sich hierbei um die Ausläufer der Kuseler Schichten, die sich von der Waderner Gegend bis hierher nach Südwesten erstrecken.

Dagegen wird der südostliche Teilbereich des Bannes - die Umgebung um den Litermont - geprägt von Gesteinen vulkanischen Ursprungs und magmatischen Lagerstätten. Vor dem Einsetzen des Vulkanismus war auch dieses Gebiet mit den Konglomeraten der Kuseler Schichten bedeckt.

Anmerkung der Verfasser: Es ist uns bewusst dass der Wanderweg nicht alle geologischen Besonderheiten des Düppenweiler Bannes erschließt Für weitere Anregungen und Vorschläge sind wir jederzeit dankbar. Bei der Anlegung des Geologischen Wanderweges und der Ausarbeitung dieses Begleitheftes hat uns Herr Geologe Johannes Jakoby beraten und unterstützt. Wir möchten Ihm dafür auch an dieser Stelle von ganzem Herzen unseren Dank aussprechen.

 Die Böschung in der Dieffler Straße

Hier in der Dieffler Straße treten die eingangs erwähnten Konglomerate des Rotliegenden zutage. Es handelt sich um die "Kuseler Schichten", die dem "Unter-Rotliegenden" aus dem Perm - Zeitalter zugeordnet werden.

 Der Steinbruch "Im Loch"

Der hier aufgeschlossene Vulkanit ist der nachweislich westlichste Aufbruch der "Metzer Störung", die sich in nordöstlicher Richtung durch Düppenweiler zieht. Weiter westlich ist dieses Gestein nur noch in größeren Teufen anzutreffen. Der vollständig im Buntsandstein liegende Aufschluß zeigt einen in senkrechten Lagern stehenden Melaphyr, den man früher auch als Trapp bezeichnete. Das Ergußgestein hat Adern von Dolomit und Quarz, vereinzelt auch Baryt. In den mylinitisierten Zonen des Gesteins findet man Kaolin (verwitterter Kali-Feldspat, Tonerde). Die Ausbeutung dieses Steinbruchs begann etwa im Jahre 1850

 Der "Dasselter Stein"

An diesem Platz, eine der wenigen Stellen an denen der Sandstein aufgeschlossen und nicht vom Kies und Lehm der Eiszeit bedeckt ist, tritt der Buntsandstein als Felsformation zutage. Westlich von Düppenweiler, zwischen der Straße nach Beckingen und dem Weg entlang dem Haustadter Weiher, enthält der Buntsandstein kleine Gänge von Eisenerz. Das Gelände, in dem im vergangenen Jahrhundert das "Sanderz" abgebaut wurde liegt teils auf Haustadter, teils auf Düppenweiler Bann und heißt heute noch "Auf der Erzkaul".

 Am Litermont (Weg links)

Im ganzen Gelände befinden sich hier verstreut liegende, große Gesteinsbrocken. Es sind Gerölle des Rotliegenden der Kuseler Schichten die beim Aufbruch des Berges mit dem magmatischen Quarzporphyr fest verbacken wurden und hierhin gerollt sind.

 Der "Graue Stein" auf dem Litermont

Diese Felsformationen sind vulkanischen Ursprungs. Es handelt sich um Quarzporphyr, ja sogar fast reinen Quarz, mit etwas Eisenanteilen. Die Gesteinsmassen wurde beim Ausbruch des Vulkans nicht hinausgeschleudert, sondern sind als zäh fließendes Magma an die Erdoberfläche gedrückt worden. Diese Fließstrukturen lassen sich noch heute an dem kleineren Gesteinsbrocken besonders gut beobachten. Der "Graue Stein" steht unter Naturschutz.

 Fels oberhalb dem Lehrbienenstand

Auch hier - im Wald versteckt - stehen weitere Felsbrocken aus eisenversetztem Quarzporphyr. Diese wurden jedoch bei ihrer Entstehung aus der Tiefe heraus- gestoßen und sind nicht als eine verbrodelte, magmatische Masse zutage befördert worden.

 Oberhalb dem Kreuz am "Wehlenberg"

An der bergseitigen Böschung entlang des Weges ist ein reiner, typischer Quarzporphyr (bestehend aus Quarz, Feldspat und Glimmer) anstehend, aus dem der gesamte Höhenzug des Wehlenbergs gebildet wird.

 Unterhalb des Kreuzes am "Wehlenberg"

Ab dieser Höhe, am unteren Wehlenberg, findet man wieder die Konglomerate des Unter-Rotliegenden. (siehe Nr. 1) Da der Vulkanismus nur im engeren Bereich am Litermont auftrat, blieben die Kuseler Schichten hier unberührt erhalten.

 Der Steinbruch "Herchenbach"

Unweit des Litermont, in der Schlucht des Herchenbaches liegt dieser Steinbruch im Quarzporphyr. Im Unterschied zu den umgebenden anderen Gesteinen treten hier die Feldspäte als linsengroße Körner im Porphyr auf. Dieser Feldspatbruch wurde in den 60 Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Fa. Villeroy & Boch angelegt, um den benötigten Feldspat für die Steingutherstellung in der Mettlacher Fabrik sicherzustellen. Nach Einstellung der Abbauarbeiten wurde der Feldspatbruch im Jahre 1914 an die Gemeinde Düppenweiler verkauft und fortan als Steinbruch für Baumaterial genutzt. In Düppenweiler wurden diese "Herchenbacher" Steine aus dem Gemeindebruch für den Hausbau noch lange genutzt.

 Das alte Kupferbergwerk

Das alte Kupferbergwerk am Weltersberg bietet auch über Tage interessante Zeugnisse der Geologie und des ehemaligen Bergbaues. So findet man noch heute in den Abraumhalden - die sich über das gesamte Gebiet erstrecken - Gesteine, die Spuren von Malachit (Kupferspat bzw. Kupferkarbonat) aufweisen.

 Der Südosthang des "Mühlenberg"

Der Mühlenberg, unter Geologen bestens bekannt, gibt auch heute noch Rätsel auf. Es ist zweifelhaft, daß die hiesigen Gesteine - die Phyllite sind Unterdevon (Tonglimmerschiefer) mit ihren riesigen Quarzlinsen, die fossilführenden Konglomerate sind Mitteldevon, die Grauwacke und der Zellendolomit - zum Ober-Devon gehören. (nach Jakoby) Diese Gesteine sind mit denen der Rhön vergleichbar. Bei der Tiefbohrung Saar 1 auf der Spieser Höhe wurden diese erst in 4000m Teufe angetroffen.

Kurz bevor wir den nächsten Punkt, die Schäferei-Grät erreichen, sieht man links in der Böschung eine fast verfüllte Grube, in der Anfang des 19. Jahrhunderts Rötel (Rotstein, Roteisenstein) abgebaut wurde.

 Die "Schäferei Grät"

Im Wasserriß der Grät ist Schieferton und grauer, karbonischer Sandstein anstehend. In diesem Schieferton findet man Pflanzenverwitterungen von Kammfarnen (Pecopteris polymorpha) und Schachtelhalmen aus der Ära des Paläozoikum.

Vor Urzeiten gab es hier eine Lagune, dessen Pflanzenwuchs zur Kohlebildung führte. Es handelt sich um Ausläufer des Saarbrücker Kohlereviers, die sich bis hierher erstrecken. Gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde hier Steinkohle gewonnen und auch 3 Schächte – von denen einer über 100m tief gewesen war- angelegt und betrieben. Bis zum Ende des vergangenen Jahrhunderts wurden hier von Düppenweiler Einwohnern die Kohlen im Tagebau in der sogenannten "Bauerngrube" abgebaut. Herr Jakoby traf in den 70er Jahren in zwei Schürfgräben in ca. 4m Teufe ein etwa 30cm mächtiges Kohleflöz an. Das Tonstein- Begleitflöz (Tonstein 00) ist identisch mit dem Flöz in der Grube Schäfer in Reisbach, wo es in ca. 250m Teufe anzutreffen ist.

 Der Steinbruch am Weg zur Hüttersdorfer Straße

Der anstehende Quarzporphyr führt in den Klüften und Spalten Malachit. Dieses Kupfervorkommen entspricht eindeutig dem des Kupferbergwerks auf der gegenüberliegenden Seite des Berges.

 Der Steinbruch auf Hüttersdorfer Bann

Auch an dieser Stelle ist überwiegend der gleiche Quarzporphyr wie zuvor anstehend. Neben den Kupfermineralien findet man aber hier auch Meißelspat und Markasit (Eisensulfid) ein speisgelbes, metallglänzendes Mineral. Im oberen Bereich des Steinbruchs liegt als Deckgebirge wieder das Konglomerat der Kuseler Schichten auf.

 In der "Eierwiese"

An dieser Stelle befindet sich ein Riff aus verkieseltem Sandstein, das mit Asphalt versetzt ist. Bei Forschungsbohrungen am Mühlenberg im Jahre 1975/76 wurde das hier zutage tretende Material erst in einer Teufe von 260m angetroffen.

 Der Steinbruch an "Binscheid"

Dieser Melaphyr-Bruch ist der 2. Aufschluß und somit die Fortsetzung der Metzer Störung, die wir bereits an dem Steinbruch "Im Loch" (siehe Nr. 2) angetroffen haben. ln tieferen Lagen finden sich im Gestein auch schöne Mineralien. Der reichlich vorhandene Feldspat in diesem vulkanischen Gestein dürfte wohl auch der Grund dafür gewesen sein, warum im nahegelegenen "Alten Dorf’ im Mittelalter eine große Töpferei betrieben wurde. (nach Jakoby)

 An "Drei Eichen"

Hier auf der Wiese befinden sich zwei riesige Steine. Es handelt sich um "Weißen Quarzit". Wie diese Steine hierhin gekommen sind ist noch nicht erforscht. Das nächste Vorhandensein solcher Quarzite ist auf der Höhe von Weiskirchen beim amerikanischen Sender, den man von dieser Stelle aus im Nordosten sehen kann.

 An "Etzlacker"

Die Herkunft der hier befindlichen großen Brocken von "Schwarzem Quarzit" ist ebenfalls noch nicht ausreichend bewiesen. Es gibt noch keine Erklärung dafür, wie diese Steine hierher gelangten, denn sie lagern unmittelbar auf den roten Phylliten, die den Nordwesthang des Mühlenbergs bedecken.

 Auf dem "Mühlenberg"

Auf dem Mühlenberg, links im Wald an einem kleinen Hang, findet man noch ein Gestein, das weit und breit nicht mehr aufzufinden ist, den Zellendolomit. Die eigenartigen löchrig - zelligen Strukturen sind durch Auslaugungsvorgänge im Kalkgestein entstanden. Die hiesige Lagerstätte gibt auch noch Rätsel auf, sie könnte aber mit dem Kalklager im Erbsengarten – dem gegenüber liegenden Nordosthang des Wehlenbergs - in Verbindung stehen. Dort befand sich im Porphyrgestein ein etwa 7m breites und über 60m langes Dolomitlager. Der Dolomit zerfiel beim Löschen in Schwarzen Kalk. Nach mündlichen Überlieferungen wurde dieser "Schwarze Kalk" bereits zum Bau der Festung Saarlouis verwendet. Gegen Ende des 19. Jh. war das Dolomitlager abgebaut.

Erläuterungen:

Eruptivgesteine (Erstarrungsgesteine): Die aus einer flüssigen, heißen Gesteinsschmelze (Magma) bei der Abkühlung verfestigten und erstarrten Gesteine. Man unterscheidet diese wiederum in:

Tiefengesteine:

Das Magma erstarrt bereits unterhalb der vorhandenen Gesteins- schichten der Erdkruste (Granit, Diorit)

Ganggesteine:

Das Magma steigt in den vorhandenen Rissen der Erdkruste nach oben, erkaltet und erstarrt (Porphyr, Quarz)

Ergußgestein Vulkanite:

Das Magma gelangt über die Risse an die Erdoberfläche und ergießt sich dort über die bereits vorh. und festen Gesteins- schichten (Basalt, Melaphyr)

Sedimentgesteine (Ablagerungsgesteine):

Durch Ablagerung und anschließende Verfestigung von Verwit- terungsmaterialien, organischen Substanzen und chemischen Ausscheidungen entstandene Gesteine.

Metamorphgesteine (Umwandlungsgesteine):

aus Sediment- oder aus Eruptivgesteinen durch Metamorphose entstandene Gesteine.

Struktur:

Form, Größe und Wachstumsorientierung der Mineralien im Gestein.

Textur:

räumliche Anordnung der Mineralien im Gestein.

Metamorphose:

Vorgang, bei dem durch Druck und/oder hohe Temperaturen die Struktur oder die Textur eines Gesteins grundlegend umgestaltet wird.

Quarz:

In zahlreichen Gesteinsarten als Hauptgemengteil vorkommen- des Mineral. Besteht bei freiem Wachstum aus 6seitigen regelmäßigen Pris- men mit aufgesetzten gleichmäßigen Pyramiden. Farblos bis graubräunlich, mit muscheligem Bruch. Von Salzsäure nicht angreifbar, von Stahl nicht ritzbar.

Quarzit:

metamorphe Quarzsandsteine oder sedimentäre Gesteine (durch Kieselsäure verkittete Quarzsande) von gelblicher oder graublau- er Farbe, die fast nur aus Quarz bestehen.

Silicate:

Salze der Kieselsäure (Silicium), in der Natur weit verbreitet. rd. 25% aller Mineralien sind Silicate. Die Erdkruste besteht zu 95% aus Quarz und Silicaten.

Glimmer:

Eine leicht in Blattschüppchen spaltende Mineralgruppe, Silicate von Tonerde und Kali oder Natrium. Man unterscheidet insbesondere den schwarzbraunen Biotit (Mag- nesia-Glimmer) vom fast farblosen Muskowit (Kali-Glimmer)

Feldspat:

Sammelname für eine Mineralgruppe, die die Erdrinde zu etwa 60% zusammensetzt. Man unterscheidet Kali-, Natron- und Kalk- Feldspate.

Phyllit (Tonglimmerschiefer):

metamorphes Gestein von meist grauschwarzer, aber auch grün- oder blaugrauer Farbe mit hellem silbrigem Glanz.Hauptbestandteil: Quarz und lichter Glimmer, reich an Tonerde und Alkalien

 

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Stand: 02.07.2010 12:46:38
 
 
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